Goldpreis auf Talfahrt Goldkurs
Die stetige Aufwärtsbewegung beim
Goldpreis ist vorläufig gestoppt. Nachdem die Entwicklung beim Goldpreis im vergangenen Jahr fast nur nach oben zeigte und immer wieder Allzeithochs gemeldet wurden, geht es seit dem Jahreswechsel deutlich abwärts.
Anfang der zweiten Novemberwoche sprang der Goldpreis ohne Widerstände über die 1.400-Dollar-Marke und erreichte einen Monat später mit 1.428,60 US-Dollar ein neues
Allzeithoch. Nach einer mehrwöchigen Seitwärtsentwicklung gelang zum Jahresende noch einmal der Sprung über 1.420 US-Dollar je Feinunze. Seither ist der
Goldkurs auf Talfahrt. Am heutigen Dienstag wurde sogar die Grenze von 1.330 US-Dollar unterschritten. Das ist der niedrigste Stand seit drei Monaten. Es gab sogar vereinzelte Stimmen, die von einem Ende der
Goldhausse sprachen. Soweit sind wir nach Meinung vieler Experten jedoch noch lange nicht.
Wo liegen die Ursachen für diese Korrektur? Ein Hauptgrund liegt darin, dass beträchtliche Gewinnmitnahmen erzielt wurden, ablesbar am Bestandsrückgang bei Gold-ETFs. Viele Anleger nahmen Abstand vom Investment in Gold-ETFs. Die Vorräte des umfangreichsten börsennotierten Gold-ETFs, des SPDR Gold Trust, schrumpften in der vergangenen Woche rapide. Um mehr als 20 Tonnen wurden die Vorräte reduziert, das Volumen beträgt nun noch etwa 1.250 Tonnen Gold. Zahlreiche Investoren reagieren offenbar auch auf die weltweit verbesserten Konjunkturdaten. Die Risikobereitschaft der Investoren steigt wieder, Gold ankaufen, um Sicherheit zu gewinnen, hat nicht mehr höchste Priorität. Selbst die Aussichten für die US-Wirtschaft, die lange Zeit in den düstersten Farben gemalt wurden, haben sich aufgehellt. Auch in Europa mit Deutschland an der Spitze ist ein beträchtlicher Anstieg der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen.
Vergessen scheint bei den Anlegern die internationale Wirtschaftskrise, und auch die Eurokrise wird offenbar nicht mehr als unmittelbar bedrohlich angesehen, obwohl hier nach wie vor erhebliche Risiken lauern. Das Bedürfnis nach einem sicheren Hafen schwindet. Die größten Krisenängste scheinen erst einmal vorbei, der Goldrausch ebenso. Nachhaltig agierende Anleger von Edelmetall hierzulande dürfen sich freuen. Denn auch der Goldpreis in Euro ist beträchtlich gefallen. Jetzt kann man günstig Gold ankaufen, die Chance zum Nachlegen ist günstig. Langfristig dürfte sich Goldankauf weiterhin lohnen, die wenigsten Experten sehen das Ende des Bullenmarktes gekommen. Die Langzeitprognosen für Gold sind weiterhin günstig.
25. Januar 2011
Harald Grätz