Goldpreis und Silberkurs klar im Aufwind
Vier Wochen ist es her, dass der
Goldpreis erstmals über 1.400 US-Dollar je Feinunze kletterte und mit 1424,10 US-Dollar ein neues
Allzeithoch markierte. Der Hochstand erwies sich jedoch nicht als stabil. In den folgenden zwei Wochen sank der
Goldkurs beträchtlich, auf weniger als 1.340 US-Dollar. Der Rücksetzer hatte jedoch nicht viel zu bedeuten, am allgemeinen Aufwärtstrend gab es keinen Zweifel. Immerhin konnte man die Gelegenheit für Nachkäufe nutzen. Dann ging es allmählich wieder aufwärts. Schließlich überquerte der Goldpreis am 3. Dezember erneut die
1.400-Dollar-Grenze, um am 6. Dezember vorübergehend sogar auf mehr als 1.420-Dollar zu steigen.
Gleichzeitig mit dem Anstieg des Goldpreises zeigt sich auch Silber in gewohnter Stärke. Zunächst im Schatten des großen Bruders legte Silber eine beispiellose Erfolgsgeschichte mit fulminanten Steigerungsraten seit Jahresbeginn hin. Mit Silber-Investments konnte man in den vergangenen zwei Monaten eine Rendite von etwa 50 Prozent erzielen. Am 3. Dezember war die Marke von 29 US-Dollar je Feinunze überschritten, und am heutigen 6. Dezember war auch die 30-Dollar-Grenze fällig. Damit markierte Silber ein weiteres Mal ein neues 30-Jahreshoch. Im Gegensatz zum Gold besitzt Silber große Bedeutung als Industrierohstoff. Hinzukommt, dass ein großer Teil des Silbers unwiederbringlich verbraucht wird, während der weitaus meiste Anteil des jemals geförderten Goldes immer noch verfügbar ist. Aufgrund dieser Knappheit sind die Zukunftsaussichten für Silberanlagen glänzend. Zudem gibt es Anzeichen, dass es mit den Manipulationen auf dem Silbermarkt zu Ende gehen könnte.
Die Unsicherheit der Anleger ist groß. Auf den internationalen Finanzmärkten herrscht Nervosität. Der US-Dollar, die Leitwährung der Welt, schwächelt. Als Gegenmaßnahme überschwemmt die US-Notenbank den kriselnden Finanzmarkt mit bunt bedrucktem Papier. Dieser Schritt zeigt nicht die erhoffte Wirkung, die Verunsicherung und damit die Flucht in Sachwerte wie Edelmetalle bleiben bestehen. Was sich in der Eurozone abspielt, gibt ebenfalls keinen Anlass, die Gemüter zu beruhigen. Ein gutes halbes Jahr nach der Griechenlandkrise schlüpfte vergangene Woche auch Irland unter den finanziellen Schutzschild der Europäischen Union. Die Furcht geht um, dass weitere PIGS-Staaten folgen könnten: Portugal, Spanien, Italien und Belgien gelten als gefährdet. Immer wieder sind besorgte Stimmen zu vernehmen, die langfristig die Existenz des Euro in Gefahr sehen.
06. Dezember 2010
Harald Grätz