Goldpreis Rückblick Vorausschau
2010 war ein gutes Jahr für den
Goldpreis. Die Steigerungsrate betrug etwa 25 Prozent. Das bedeutet, dass der
Goldkurs schon zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren einen
zweistelligen Zuwachs verbuchen konnte. Eine ganze Reihe von
Rekordständen war zu vermelden. Edelmetallexperten gehen davon aus, dass die Aufwärtsentwicklung anhalten wird. Die Voraussagen verschiedener Analysten reichen von Zuwächsen von 100 bis 400 US-Dollar je Feinunze, manche sehen den Goldpreis im nächsten Jahr sogar bei 2.000 US-Dollar. Der namhafte amerikanische Investor Jim Rogers sieht im kommenden Jahrzehnt noch viel
Luft nach oben.
Es gibt viele Faktoren, die den Goldkurs beeinflussten und nach oben trieben. Ganz entscheidend waren die Angst und die Unsicherheit der Anleger angesichts der labilen Lage der Weltwirtschaft. Die Federal Reserve Bank of New York (Fed) überflutete den amerikanischen Finanzmarkt mit frischem Papiergeld, um der US-Wirtschaft neue Impulse zu geben, sorgte damit aber dafür, dass das Misstrauen in den US-Dollar und die Furcht vor Inflation weiter wuchs. In Europa traten 2010 ebenfalls erhebliche Risiken zu Tage. Die hohe Staatsverschuldung in der Eurozone stellt eine erhebliche Belastung für die europäische Währungsunion dar. Griechenland und Irland mussten durch die anderen Mitgliedsländer mit Milliardenbeträgen gestützt werden, um den Staatsbankrott zu verhindern. Nationen wie Portugal, Spanien oder Italien gelten als gefährdet und könnten den Euro weiter destabilisieren.
Die Finanzkrise, die 2008 hereinbrach, kann nicht als überwunden gelten, ein neuerlicher Rückschlag für die Weltkonjunktur, der gefürchtete Double-Dip, ein doppelter Abschwung, ist ein mögliches Szenario. Während die Zentralbanken in den vergangenen Jahren mit Verkäufen das Goldangebot erhöhten, sind sie in jüngster Zeit wieder dazu übergegangen, Gold anzukaufen, sodass die allgemeine Nachfrage wuchs. Die Öffnung des chinesischen Goldmarkts bewirkte, dass ein Volk von etwa 1,3 Milliarden Menschen am Markt teilnimmt und die Anlegernachfrage beträchtlich steigert. Die Chinesen sind hungrig nach Gold. Ein weiterer wesentlicher Faktor für den Goldpreis ist die Goldproduktion der Minenunternehmen. Weltweit werden jedoch kaum noch reiche Lagerstätten entdeckt. Das heißt, die Bergbaufirmen müssen erheblichen Aufwand betreiben, um ihr Produktionsvolumen zu steigern. Voraussetzung dafür ist ein hoher Goldkurs.
Drohende Konflikte in den Krisenherden der Welt wie im Nahen Osten, Afghanistan, Pakistan und Korea sowie die Terrorismusgefahr steigern das Bedürfnis nach Sicherheit, die sich in Goldankäufen zeigt. Die hohen Wertsteigerungsraten bei Edelmetall sorgen dafür, dass die Spekulation mit Gold zunimmt und die Nachfrage weiter angekurbelt wird. All diese Faktoren werden auch im nächsten Jahr bestehen. Grundlegende Änderungen sind nicht zu erwarten. Gold bleibt bullish.
23. Dezember 2010
Harald Grätz