Ende Preismanipulationen Gold und Silber
Seit Jahren werden sowohl von Einzelpersonen wie auch von Institutionen wie der GATA (Gold Anti-Trust Action Committee) Vorwürfe erhoben, dass der Preis von
Gold und Silber von einigen wenigen
Großbanken künstlich niedrig gehalten wird. Wie bereits im Blog-Beitrag
Shortpositionierung US-amerikanischer Banken bei Edelmetallen dargelegt, wird mit Hilfe großer Shortpositionen an den Terminmärkten Einfluss auf die Kurse der Edelmetalle genommen. Nun scheint endlich Bewegung in diese Angelegenheit zu kommen. So hat kürzlich Bart Chilton, Kommissar bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde
CFTC (Commodity Futures Trading Commission), die
Preismanipulationen insbesondere am Silbermarkt beklagt und seine Behörde aufgefordert, die seit Jahren andauernden Untersuchungen zu einem Abschluss zu bringen.
Laut Wall Street Journal sagte Chilton in einer CFTC-Anhörung, dass Marktteilnehmer betrügerisch versucht hätten, den Silbermarkt in hinterhältiger Weise zu kontrollieren ("fraudulent efforts to persuade and deviously control" silver prices). Im Verdacht der Preismanipulation stünden dabei insbesondere die Banken J.P. Morgan und HSBC. Bei dieser Anhörung wurden Möglichkeiten erörtert, wie der Rohstoffterminmarkt mit neuen Prinzipien besser reguliert werden könnte.
Nun stand die Aufsichtsbehörde CFTC bislang nicht gerade im Verdacht, hart gegen Regelverstöße der Marktteilnehmer vorzugehen. So kam es in den vergangenen 36 Jahren bei über drei Dutzend Ermittlungen gerade einmal zu einer Verurteilung. Auch musste die Behörde bislang lückenlos nachweisen, wann und mit welchen Mitteln manipuliert wurde. Diese Beweispflichten wurden mittlerweile von der Obama-Administration aufgeweicht, sodass schon Verdachtsfälle verfolgt werden können.
Bislang fanden die Äußerungen Chiltons aber lediglich in den Finanzmedien ihren Niederschlag. Weder von der CFTC-Leitung noch von den Banken wurden seine Worte bislang kommentiert. Die Überschrift dieses Blog-Beitrags ist bewusst mit einem Fragezeichen versehen. Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob hier tatsächlich hart gegen die Marktteilnehmer vorgegangen wird die im Verdacht der Preismanipulation stehen. Sollte es aber tatsächlich zu einer Anklage kommen und die Banken werden gezwungen, ihre Shortpositionen aufzulösen, dann könnte den Edelmetallen ein wahrer Preisschub bevorstehen.
28. Oktober 2010
Peter Schubert